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Darauf sprach ein alter Mann, ein Gastwirt:
„Rede uns vom Essen und Trinken.”
Und er sprach also:
Ach könntet ihr doch leben vom Duft der Erde und euch
nähren am Licht, gleich einem Luftgewächse!
Aber da ihr gezwungen seid zu töten, um zu essen
und zu rauben dem Neugeborenen seine Muttermilch,
um euren Durst zu stillen, so machet aus dem Zwang
einen Akt der Verehrung.
Und euer Tisch sei ein Altar, auf dem das Reine und
Unschuldige aus Wald und Flur geopfert werde für das,
was im Menschen noch reiner und unschuldiger ist.
Und zermalmt ihr einen Apfel unter den Zähnen,
so spreche euer Herz zu ihm:
„Dein Same wird leben in meinem Körper und deine
Knospen von morgen werden aufblühen in meinem Herzen,
und dein Duft wird mein Atem sein, und gemeinsam
werden wir uns freuen aller Zeiten des Jahres.”
Und im Herbste, wenn ihr die Trauben eurer Weinberge
für die Kelter erntet, so spreche euer Herz:
„Auch ich bin ein Weinberg und meine Trauben
werden gelesen für die Kelter, und gleich neuem Weine
werde ich verwahret in ewigen Gefäßen.”
Und im Winter, wenn ihr den Wein zapfet, sei ein
Lied in eurem Herzen; und in dem Lied sei ein Gedenken
an die Tage des Herbstes und an den Weinberg und die
Traubenkelter.
Khalil Gibran, aus „Der Prophet” |
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